Die Frankfurter Zirkel Technologies GmbH und die SMS Business Software Solution GmbH (SMS ERP) haben eine Partnerschaft geschlossen, um Unternehmen beim sogenannten Rightsizing ihrer ERP-Landschaften zu begleiten. Statt Betriebe auf immer umfangreichere Systeme zu heben, zielen beide Häuser auf den umgekehrten Weg: den Wechsel von den Enterprise-Systemen SAP R/3 oder SAP S/4HANA auf die kleiner dimensionierte Plattform SAP Business One.
Adressiert werden vor allem Carve-outs, also aus einem Konzern ausgegliederte Einheiten, sowie Tochtergesellschaften und mittelständische Fertiger, deren System aufwendiger sei, als ihr Geschäft es verlange.
Ein Wechsel innerhalb der SAP-Welt
Die Zielplattform ist genauer SAP Business One PRODUCTION, eine von SMS ERP entwickelte Branchenerweiterung für die metallverarbeitende Industrie, den Maschinenbau sowie den Stahl- und Metallhandel. Sie bildet nach Unternehmensangaben Prozesse von mehrstufigen Stücklisten und Variantenkonfiguration über Kapazitätsplanung und Betriebsdatenerfassung bis zur mobilen, papierlosen Produktion ab. Der Wechsel von S/4HANA auf Business One ist technisch und lizenzrechtlich ein Downgrade.
In der Arbeitsteilung übernimmt Zirkel Technologies – seit 2016 als Beratungs- und Implementierungshaus tätig – die Migration von der Fit-Gap-Analyse bis zum Go-Live, während SMS ERP die Zielplattform beisteuert.
Betriebswirtschaftlicher Reiz mit Einschränkungen
Nicht jedes Unternehmen brauche die volle Tiefe einer Enterprise-Suite, so Zirkel-Geschäftsführer Kapil Gupta; viele Betriebe trügen Kosten und Komplexität einer Landschaft, „die für einen ganz anderen Maßstab gebaut wurde". Konkrete Einsparpotenziale oder Referenzkunden nennt die Mitteilung nicht.
Die Rechnung geht nicht in jedem Fall auf. Ein Downgrade ist mit Aufwand für Datenmigration, Prozessanpassung und Schulung verbunden, und Business One bietet bei komplexem Konzernreporting oder mehrstufiger Konsolidierung weniger Funktionstiefe als S/4HANA. Für Carve-outs mit fortbestehenden Konzernschnittstellen oder für wachstumsorientierte Betriebe kann sich der Schritt später als erneuter Migrationsanlass erweisen.